#8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Gute Arbeit für alle.
Alle Menschen sollen
eine gute Arbeit haben.
Die Menschen sollen genug Geld
für die Arbeit bekommen.
Dann geht es den Menschen gut.
Und dann geht es auch den Ländern gut.
Es soll immer besser werden
für die Menschen und Länder.

Хорошее здоровье и благополучие

Все люди должны быть здоровыми и счастливыми. Все люди должны быть здоровыми. Тогда молодые и пожилые люди смогут жить хорошо. Все люди должны быть счастливы.

Um ein gesundes Leben für Alle – um das zu ermöglichen, sollen Mütter- und Säuglingssterblichkeit gesenkt werden und der Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht werden. Weltweit haben 2 Milliarden Menschen immer noch keinen regelmäßigen Zugang zu Ärzten, Impfungen oder Medikamenten.

Migrant*innen sind benachteiligt
Auch in Deutschland, wo es eine verhältnismäßig gute Gesundheitsversorgung bestehen Probleme. Besonders Randgruppen bekommen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Darüber hinaus sind Migrant*innen, besonders Frauen, von institutionellem Rassismus betroffen – sie werden im Schnitt schlechter versorgt als der Rest der Bevölkerung.
Migrantinnen*, die bereits dauerhaft in der BRD leben, stoßen auf Barrieren im Gesundheitssektor. Beispielsweise fehlen bundesweit mehrsprachige Gesundheitsangebote, Ärzt*innen und Therapeut*innen. Bei geflüchteten Frauen* im Asylverfahren werden die Therapiekosten nur geringfügig übernommen.

Alkoholkonsum senken
Ziel 3 sieht vor, den Missbrauch von gesundheitsschädigenden Substanzen zu reduzieren. Gerade Alkohol und Tabak führen in Deutschland zu vielen Krankheits- und Todesfällen. Die Abwanderung aus ländlichen Regionen führt auch zu einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung. Dazu kommt, dass Vereinsamung im Alter zu Gesundheitsproblemen führt und diese verschlechtert.

Silvia, unsere Nachbarin

Kareem Ankir, erinnert sich an seine Nachbarin, die erste Person die ihm und seiner Familie in Deutschland freundlich begegnete.

„Hallo und bis bald“.

Sie sitzt stets auf dem Balkon in der zweiten Etage von ihrer wunderschönen Wohnung, die sehr liebevoll eingerichtet ist. Wenn sie Zigaretten raucht, fühlt man ihren Genuss, denn sie raucht nicht wie die anderen, sie hat eine besondere Art zu rauchen. Sie bläst dabei den Rauch langsam nach oben in die Luft.

Mit ihrem Lächeln teilt sie uns stets Intimität und Liebe mit, nur können wir schwer erkennen, was sich außerdem dahinter verbirgt. Wir sehen uns immer wieder nur zufällig, aber jedes Mal nimmt die Wärme des Lächelns auf Silvias Gesicht zu. Daraufhin wird die Aussicht glanzvoll. Ihre schönen dunkelschwarzen Haare, in denen einzelne weiße Haarsträhnen auf ihren Schultern herab fließen, machen ihre siebzigjährige Schönheit vollkommen.

Hallo und Salam Alaikum waren ihre ersten Worte. Sie hat diese Worte mit Liebe und menschlicher Wärme ausgesprochen. Diese Sprache, die trocken und unmöglich zu lernen erscheint. Es folgten gegenseitige Blicke und Lächeln, die Schlüssel zu unseren angestrengten Herzen waren. Silvia hat sich daraufhin in meinem Herzen niedergelassen.

Wir waren inzwischen anfällig für die Liebe als auch Neid, da wir kaum Gelegenheit hatten, unsere Gefühle auszuleben. Wir haben sie anstelle der weit entfernten Mutter oder Oma geliebt, die wir sobald nicht wieder treffen werden.
Nachdem wir eines Tages nach Hause zurückgekommen sind, fanden wir ein Geschenk vor der Tür mit dem folgenden Aufdruck: „Mit großer Liebe Silvia “.
Vorher hat sie dem kleinen Mädchen Katja eine Gitarre geschenkt, weil sie nicht aufhören wollte, Musik zu lauschen. Sie hat auch Rasha einen Malkasten und einen Zeichenblock geschenkt, denn sie findet, dass im Malen eine große Entspannung und Gemütsruhe liegt.

Nach zwei Wochen haben wir sie wieder getroffen, sie sagte: „Guten Morgen. Ich erzähle euch, was die Ärzte mir gesagt haben“. Mit ihrem ungewöhnlichen Lächeln, das der Seele fehlt, sagte sie, dass sie an Krebs leide. Sie hat unsere Betroffenheit und unseren Schock unseren Gesichtern angesehen. Um unser gelähmtes Schweigen zu unterbrechen, fragte sie uns einfach: „Wie geht es euch denn?“

Sie hat weiterhin ihren geliebten Kaffee mit uns getrunken, auch wenn ihre Kräfte nachließen und mit der Zeit weniger wurden. Während sie ihre Medikamente einnahm, sagte sie scherzhaft “Auf die Liebe”.

Allmählich verschwand das Leben aus ihrem Körper. Mit ihrem Lächeln kämpfte sie dagegen an, auch wenn es nicht einfach war, die Krankheit zu ignorieren. Sie ist davon überzeugt, dass sie weiterhin in den Herzen anderer leben wird, weil sie vor dem Abschied Bäume und Pflanzen gepflanzt hat.

Nach nur einer Woche unseres Kennenlernens hat sie, wie es in Deutschland üblich ist, einen Besuchstermin bei uns vereinbart. Als sie hereintrat verbreitete sie Freude in der gesamten Wohnung. Sie machte viele Späße, ganz zum Vergnügen der Kinder. Sie genossß das syrische Essen, als ob sie einen Roman las. Die Jahre haben sie angestrengt und ihren Körper schwach gemacht. Wir haben sie noch eine Weile besucht und oft über ihre Gesundheit gesprochen. Sie verabschiedete uns immer mit den Worten „Mein Sohn, mein Mond, und meine Blume“.

Sie weiß, dass sie nicht mehr viel Zeit hat, ihre Träume zu verwirklichen und viele Dinge zu erledigen, daher sagte sie uns: „Nimmt Euch gerne etwas von meinen Sachen mit, was euch gefällt, weil sie mir bald nicht mehr gehören“. Sie hatte Pläne und Projekte für die Zukunft, falls ihr Zustand besser wird, jedoch machte ihr die Krankheit einen Strich durch die Rechnung. Sie ist in ihren schlanken Körper eingedrungen. So haben wir sie ein letztes Mal ohne Haar und mit fahlen Augen gesehen.

Nachdem nun bereits sechs Monate vergangen sind seit wir Silvia das erste Mal begegnet sind, versuche ich Katja davon zu überzeugen, dass Silvia nur auf einer langen Reise ist und bald wieder zurückkehrt. Heute betrachte ich den Tagebucheintrag, den sie mir geschenkt hat.

Sie hat mit Schmerz und Kugelschreiber lediglich einen einzigen Satz aufgeschrieben: „Eines Tages gab es ein Leben“.

Kategorien: SDGs

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