#8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Gute Arbeit für alle.
Alle Menschen sollen
eine gute Arbeit haben.
Die Menschen sollen genug Geld
für die Arbeit bekommen.
Dann geht es den Menschen gut.
Und dann geht es auch den Ländern gut.
Es soll immer besser werden
für die Menschen und Länder.

Ликвидация нищеты

Никто не должен быть бедным. Eсли нет денег это означает: бедность. Нищеты больше не должно быть. У всех людей должно быть достаточно денег.

Das erste Ziel der Agenda 2030 ist, Armut zu beseitigen. Mit Armut ist nicht nur materielle Not gemeint.
Armut heißt auch, wenn Menschen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, weil sie sich bestimmte Dinge nicht leisten können. Mit Freunden ins Cafe gehen, Konzertbesuche, in den Urlaub fahren, Mitglied in einem Verein sein – das können sich viele arme Menschen nicht leisten.

Auch in Deutschland ein Problem
In Deutschland gilt als arm, wer weniger als 60% des mittleren Einkommens verdient. Armut verhindert, dass Menschen ein würdiges Leben leben können. Die Nachhaltigkeitsziele sehen konkret vor, dass bis 2030 Armut in allen Dimensionen halbiert werden soll.

Migrant*innen besonders gefährdet
In Deutschland sind Frauen, Alte, Jugendliche und Migrant*innen besonders stark armutsgefährdet. So sind Migrant*innen mit 30% in Deutschland fast doppelt so stark von Armut betroffen wie Nicht-Migrant*innen.
Ein wesentlicher Grund für diese Benachteiligung ist der strukturelle Rassismus, der in den deutschen Institutionen verankert ist. So haben Migrant*innen einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt und schlechtere Bildungschancen.
Da die Erziehungs- und Pflegearbeit von Frauen nicht anerkannt wird, sind Frauen viel stärker von Altersarmut betroffen. Alleinerziehende Mütter gehören so mit zu den am meisten benachteiligten Gruppen.

Unsere Forderungen:

  • Maßnahmen gegen die Unterbewertung der Arbeit von Frauen* und für eine Aufhebung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles
  • Anhebung des Qualifikationsniveaus von geringqualifizierten Frauen*, vor allem Frauen* mit Behinderungen, mit Fluchterfahrung, Migrationshintergrund
  • Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Dimension bei der Berechnung von Rente durch Einbeziehen von unentgeltlich geleisteter Erziehungs- und Pflegearbeit

Facetten der Armut

Theresia Michael recherchierte über die unterschiedlichen Ausprägungen eines sozialen Phänomens.

Das allgemeine Verständnis von Armut beschreibt häufig einen Zustand der Not an materiellen Dingen. Dieses Verständnis ist im Prinzip nicht falsch, aber zu eindimensional gedacht. Armut wird oft auf den materiellen Wohlstand einer Person reduziert. Die sozialen Auswirkungen von Armut, die untrennbar mit dem Phänomen verbunden sind, werden dabei aber außer Acht gelassen. Auch ist es umstritten, ob Armut ein Zustand oder doch vielmehr ein Prozess ist, da sich Armut entwickelt und Generationen lang weitergegeben wird.

Armut ist relativ
Das macht es schwierig, Armut anhand absoluter Zahlen, wie in etwa dem Einkommen, zwischen einzelnen Ländern zu vergleichen. Ob jemand arm ist, hängt auch davon ab, wie wohlhabend die Menschen in der Gesellschaft sind, in der man lebt. Besonders schwierig wird dadurch der Vergleich von Ländern des globalen Nordens mit denen des globalen Südens. So kann ein Mensch, allein an seinem materiellen Wohlstand gemessen, in Deutschland als arm gelten, in einem Land wie Uganda aber schon zur Mittel- oder Oberschicht gehören. (Wobei sich die Frage stellt, ob in Zeiten wachsender globaler Ungleichheiten, nicht genau dieser direkte Vergleich ebenso wichtig ist.)
Deshalb wurden verschieden Kategorien entwickelt, um das Phänomen der Armut besser zu fassen:

Die Weltbank definiert absolute Armut durch das Einkommen. Wenn ein Mensch weniger als 1,90 US Dollar am Tag zur Verfügung hat, gilt er oder sie als extrem arm. Der Wert gilt als Minimum zum Überleben. Unterhalb dieser Grenze leben mehr als 767 Millionen Menschen – Tendenz steigend. Diesen Menschen ist der Zugang zu Bildung und jeder Art von medizinischer Versorgung verwehrt. Absolute Armut ist häufig das Ergebnis von Ausbeutung oder sogar Sklaverei.
Die relative Armut bezieht sich auf die soziale Ungleichheit innerhalb eines Landes. Ein Mensch ist relativ arm, wenn sein Einkommen unter der Hälfte des Durchschnittseinkommens liegt .

Gefühlte Armut bezieht sich auf die eigene Wahrnehmung in der sich ein Mensch wegen seiner wirtschaftlichen Situation ausgegrenzt oder diskriminiert fühlt.

Was diese Arten von Armut gemeinsam haben, ist die ungleiche Verteilung von Chancen unter mehreren Personen.

Armut in Deutschland
In Deutschland wird Armut auch zunehmend zu einem Problem. Laut der Bundesregierung lebten 2017 15,7% der Bevölkerung in Armut oder an der Armutsgrenze. Armut in Deutschland ist natürlich nicht vergleichbar mit der absoluten Armut. Hier herrscht nur relative und gefühlte Armut. Aber dennoch gibt es Gemeinsamkeiten.

Bei ärmeren Menschen in Deutschland ist oft eine geringere politische sowie gesellschaftliche Teilhabe, schlechtere Bildungserfolge, oder auch gesundheitliche Schwierigkeiten zu beobachten. Die Lebenserwartung ist oft geringer. Armutsgefährdet in Deutschland sind insbesondere Rentner*innen, Alleinerziehende, Arbeitslose und Migrant*innen; auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. Die Aufstiegschancen sind vermindert. Ein richtiger Aufstieg kann Generationen dauern. Bis Nachkommen einkommenschwacher Familien das Durchschnittseinkommen erreichen, dauert dies in Deutschland durchschnittlich sechs Generationen. Im Vergleich zu den Nachbarländern ist es in Deutschland mit am schwierigsten. In Dänemark sind die Chancen zum Aufstieg am besten: innerhalb von zwei Generationen; in Norwegen, Finnland und Schweden drei. Genauso schwierig wie in Deutschland ist es in Frankreich und Chile. Noch schwieriger ist es in Brasilien und Südafrika: dort braucht es ganze neun Generationen.

Teufelskreis
Dies liegt vor allem daran, das Armut ein Teufelskreis ist. Das Einkommen, der Beruf und das Bildungsniveau werden an die nächste Generation weitergegeben; Kinder aus armen Familien haben deutlich schlechtere Bildungs- und Berufschancen als Kinder aus wohlhabenden Familien.
Mit den SDGs hat sich Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft dazu verpflichtet, Armut in allen Formen zu bekämpfen und überall zu beenden. Die Bundesregierung nennt es die größte Herausforderung der Gegenwart. Die zurückliegende Entwicklung zeigt, dass es machbar ist. 1970 lebten noch 60 % der Weltbevölkerung in extremer Armut. 2015 waren es nur noch 10%, doch ist die Anzahl der Menschen in relativer Armut erheblich gestiegen. Auch in den reicheren Ländern steigt die relative Armut.

Kategorien: SDGsUncategorized

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